Jahreslosung2020 - Adventskirche Niedervellmar

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Jahreslosung2020

Ich glaube, hilf meinem Unglauben
Gedanken zur Jahreslosung 2020
von Pfarrer Thomas Vogt
Es ist nur ein schmaler Grat vom einen
zum andern. Der Jahreswechsel macht
uns besonders deutlich, wie hauchdünn
der Übergang sein kann. Von der einen
auf die andere Sekunde. Und nun sind
wir schon im Jahr 2020.
So ist es auch mit unserem Glauben, der
so schnell in Unglauben umschlagen
kann. Es ist der aus tiefstem Herzen erfolgte
Ausruf eines Vaters, der an die
Heilung seines an Epilepsie erkrankten
Kindes schon lange nicht mehr glauben
kann. Es gibt in unserem Leben so vieles,
was uns den Glauben, das Vertrauen
rauben kann. Vielleicht steht an
allererster Stelle die Enttäuschung. Wir
sind enttäuscht worden von Menschen,
von Versprechungen, von politischen
Mandatsträgern, manchmal auch von
der Kirche. Und diese Enttäuschungen
sitzen zuweilen tief und nagen an unserem
Bewusstsein und Gefühl.
Unglaube lebt von dem permanenten
Druck sich absichern zu müssen. Sich
rückzuversichern und um Zustimmung
zu betteln. Unglaube trägt in sich das
Gefühl des Verlorenseins. Doch es ist
eben auch nur ein schmaler Grat vom
Unglauben zum Glauben.
Immer wieder spüre ich bei anderen und
mir selbst diese Bereitschaft dem Herzen
voll Vertrauens und Glaubens zu folgen.
Gegen Widerstände, Konventionen und
Traditionen machen sich Menschen
immer wieder auf den Weg, weil sie ein
Ziel, eine Vision vor Augen haben.
Es ist immerzu die Sehnsucht danach,
dass unsere Welt nicht so bleiben muss
wie sie ist, dass sie anders und besser
und menschlicher werden kann.
Auch hier in Niedervellmar begegnen
mir immer wieder solche Visionäre.
Menschen, die sich einsetzen für ihre
neuen und fremden ausländischen
Nachbarn, Menschen, denen die
Gemeinschaft dieses Stadtteils besonders
am Herzen liegt und die dafür Zeit und
Energie und viele guten Ideen aufbringen.
Die Frauen unseres Frauenkreises,
die Jahr für Jahr für Bewohner in Hephata
wunderschöne Geschenke besorgen
und liebevoll in Weihnachtspapier
hüllen, Frauen und Männer, die monatelang
stricken, basteln und dekorieren,
um damit für „Brot für die Welt“ bei unserem
Adventsbasar einen stolzen Betrag
einzubringen. In diesem Jahr über
7.000 Euro. Glaube heißt über den Schatten
aller Bedenken zu springen.
Der sorgenvolle Vater begegnet Jesus
mit all seinem Unglauben und Zweifel.
Doch dieser Unglaube kann sich schnell
wandeln, es ist eben nur ein sehr
schmaler Grat. Und so versichert ihm
Jesus und uns in jener Geschichte des
Markusevangeliums: Alle Dinge sind
möglich dem, der da glaubt. Ich wünsche
Ihnen ein segensreiches 2020 voller
Glauben und Vertrauen.
Ihr Pfarrer Thomas Vogt
 
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