Kirchengemeinde Niedervellmar


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Gedanken 2017

Gottesdienste

Gedanken
zur Jahreslosung
2017

Kennen Sie Wilhelm Hauffs Märchen "Das kalte
Herz"? Peter, ein junger Köhler im Schwarzwald, ist
sein armseliges Leben leid. Er fühlt sich verachtet,
minderwertig. Und verdient kaum Geld mit seiner
schweren, dreckigen Arbeit. So lässt er sich schließlich verführen, dem mächtigen, teuflischen Waldgeist "Holländer-Michel" sein Herz zu geben.
Stattdessen bekommt er ein steinernes Herz eingepflanzt.
Von nun an scheint es in seinem Leben bergauf
zu gehen. Er wird reich, heiratet ein schönes
junges Mädchen und lässt es sich gutgehen. Nur: Es
geht ihm nicht gut. Mit seinem steinernen Herzen
kann er nämlich nichts mehr fühlen. Man hat ihm
eingeredet, das sei doch gut so: Sonst verteilt er doch
wieder das Geld, das er verdient, an die Armen! Mitleid kennt er nicht mehr. Selbst seine alte Mutter
speist er mit erbärmlich geringen Almosen ab und
ärgert sich nachher, ihr überhaupt etwas gegeben zu
haben. Liebe kennt er nicht mehr. Aber er stellt mit
der Zeit fest: Er kennt auch keine Freude mehr. Früher,da hat er sich an Kleinigkeiten freuen können.
An schönen Blumen, dem herrlichen Sonnenuntergang, an einem netten Beisammensein mit freundlichen Menschen. Aus, vorbei. Das kalte, steinerne Herz kennt keine Regungen. Nur Geldgier und Selbstsucht. Und Zorn und Ärger darüber, dass
seine Frau gelegentlich einem Bettler doch etwas
gibt. In diesem Zorn erschlägt er seine Frau. Und
dann kommt er ins Nachdenken. Mitleid, Reue kann
er noch nicht wieder fühlen - aber er merkt:
Irgendetwas stimmt nicht in seinem Leben.
Ein kaltes, steinernes Herz - damit kann man nicht
leben. Nicht wirklich leben im Vollsinn des Wortes.
Denn zum Leben gehört das Fühlen dazu. Oft das
Leid, den Schmerz - aber dafür auf der anderen Seite
auch die Freude. Ein solches Herz aus Stein scheinen
manche Menschen aber zu haben. Liebe zu dem
Nächsten, zum Mitmenschen, gibt es dort nicht.
Liebe zu Gott, die damit zusammenhängt, auch
nicht. Alles erkaltet, hart wie Stein. Keine Hoffnung
mehr. Oder?
Im Märchen schafft es der Kohlenpeter, mit einer
List sein echtes Herz zurückzubekommen. Er wird
belohnt: Seine Frau wird wieder lebendig, und er
führt von jetzt an ein anständiges Leben, hat sein
Auskommen und ein gutes Ansehen. Nicht zu viel
Geld, aber auch nicht zu wenig. Das ist das Märchen.
Aber im wirklichen Leben? Wie ist es mit den
Menschen, die solche harten Herzen haben? Und:
Bin ich es nicht manchmal selber? Manchmal denke
ich, ich kann doch gar nicht all das Leid an mich heranlassen, von dem ich höre, das ich sehe. Mein
Herz ist nicht immer so liebevoll, wie es sein sollte.
Was kann ich tun?
Beim Propheten Hesekiel steht die Losung für das anbrechende Jahr 2017. Gott spricht: Ich will euch ein neues Herz und einen neuen Geist geben. Gott selber sorgt dafür, dass ich nicht verzweifeln muss, da, wo ich immer wieder versage. Mit einem neuen Herz, das er mir immer wieder schenkt, kann ich seine Gebote erfüllen, seine Wege gehen: Ihn und meine Mitmenschen lieben.

Ihr Pfarrer Thomas Vogt

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